Nvidia prescht mit neuem KI-Supercomputer vor

18.03.2026

Nvidia-CEO Jensen Huang zeigt auf der hauseigenen Entwicklerkonferenz GTC in San Jose sein Konzept der KI-Fabriken
Nvidia-CEO Jensen Huang zeigt auf der hauseigenen Entwicklerkonferenz GTC in San José sein Konzept der KI-Fabriken

Quelle: Getty Images via AFP/BENJAMIN FANJOY

Nvidia-Chef Jensen Huang hat auf der Entwicklerkonferenz GTC einen Ausblick auf die nächste Generation der KI-Infrastruktur gegeben und dabei überraschend früh den Marktstart seines neuen Supercomputers „Vera Rubin“ angekündigt. Erste Systeme laufen bereits in der Cloud von Microsoft Azure. Die Produktion der neuen Rechner sei deutlich reibungsloser angelaufen als beim Vorgänger Blackwell, der zum Start noch mit Verzögerungen kämpfte. Details zu „Vera Rubin“ hatte Nvidia zuerst im vergangenen Herbst veröffentlicht. Damals waren Analysten noch von einem Marktstart frühestens im dritten Quartal 2026 ausgegangen.

„Das Sampling läuft unglaublich gut“, sagte Huang auf der Bühne im SAP Center in San Jose, der Auftragsfertiger TSMC produziert also weniger Ausschuss-Chips als erwartet. Während die Markteinführung vom Vorgänger Blackwell in dieser Hinsicht noch holprig verlief, scheint Nvidia diesmal schneller voranzukommen. Das sogenannte Tape-out – also der Moment, in dem das Chipdesign bei TSMC in die Produktion geht – habe deutlich besser funktioniert. Für Kunden bedeutet das, dass mehr Chips bereits zu Beginn der Serienfertigung verfügbar sind.

„Vera Rubin“ ist dabei kein einzelner KI-Prozessor, sondern ein komplettes Computer-System inklusive Netzwerk. Der neue KI-Supercomputer kombiniert insgesamt sieben verschiedene Chip-Typen über fünf verschiedene Module für Rechenschränke zu einer riesigen Rechenmaschine. Nvidia zufolge kann das neue System bis zu 700 Millionen KI-Tokens pro Sekunde erzeugen – gegenüber rund zwei Millionen Tokens pro Sekunde bei der Hopper-Architektur von 2022. Damit ist Hopper vier Jahre nach Erscheinen zumindest wirtschaftlich obsolet.

Jensen spielt mit Chips wie mit Lego

Ein entscheidender Teil von Nvidias Strategie wird dabei immer sichtbarer: Jensen Huang baut sich Schritt für Schritt seine eigene Computerplattform und wird unabhängiger von anderen Chipherstellern. Lange waren Nvidias KI-Supercomputer auf klassische Server-Prozessoren von Intel oder AMD angewiesen. Mit der neuen „Vera“-CPU ändert sich das. Der 88-Kern-Prozessor stammt vollständig aus eigener Entwicklung und ist speziell dafür ausgelegt, die Rubin-KI-Chips mit Daten und Aufgaben zu versorgen. Zusammen mit Nvidias Speicher- und Netzwerktechnik „NVLink 72“ kann Huang nun komplette Systeme aus einer Hand bauen.