Teardown iPhone Duo: Das reparierbarste Foldable hat ein riesiges Displayproblem
Apples faltbares iPhone liegt endlich auf unserem Teardown-Tisch. Manche Displays haben nicht einmal die erste Einrichtung überlebt.
Nach 15 Jahren voller Patente und Gerüchte ist das iPhone Duo da, und auf Reparaturwerkstätten dürfte schon bald Arbeit zukommen. Im Netz häufen sich schon Berichte über Risse und helle Linien entlang der Faltkante. Noch tauscht Apple betroffene Geräte aus, aber jeder Displayschaden außerhalb der Garantie kostet 1.149 Euro. Klar, dass wir uns genauer ansehen wollten, was darunter los ist.

Abgesehen von den Kinderkrankheiten der ersten Generation gibt es am iPhone Duo einiges zu bewundern. Apple hat sich ein paar unserer liebsten Reparaturtricks bei den normalen iPhones abgeschaut: Akkus, die sich per Strom lösen lassen, ein Außendisplay, das sich angenehm einfach ausbauen lässt, und viele Bauteile, an die du kommst, ohne das halbe Handy zu zerlegen.
Damit ist das Duo das reparierbarste Falt-Smartphone, das wir je zerlegt haben. Das heißt aber noch lange nicht, dass sich das Duo gut reparieren lässt. Das Innendisplay zu tauschen, bleibt eine harte Nuss.
Wir haben das Duo bis auf die Zahnräder zerlegt, Leuchtstaub bis ins Scharnier verfolgt und die Nanotextur, die die Falte kaschiert, unters Mikroskop gelegt. Das haben wir gefunden.
Eine richtig gut getarnte Falte
Ein Foldable wird nun mal gefaltet. Immer und immer wieder. Materialien ermüden unter wiederholter mechanischer Belastung, und mit der Zeit erwartet man Spuren entlang der Faltkante: Abdrücke, Knicke oder Falten. Ein faltbares OLED aufgeklappt flach aussehen zu lassen, grenzt an Magie, und kein Foldable hat dieses Problem bisher ganz gelöst. Auch das Duo nicht, egal wie viele Apple-Fans es „faltenfrei“ nennen.
Keine Frage: Das Innendisplay des Duo wirkt bemerkenswert glatt. Scharnier und Stützschichten sorgen dafür, dass es flach aufklappt, und die matte Nanotextur streut Spiegelungen über die ganze Oberfläche. Das kaschiert die Falte zusätzlich.
Unter unserem Mikroskop Evident DSX2000 sieht diese Oberfläche aus wie winzige, dicht gepackte runde Noppen, ein bisschen wie Luftpolsterfolie. Sie streuen das Licht und machen die Spiegelungen auf dem Display weicher.

Spiegelt sich eine Lichtquelle im Display, knickt ihr Spiegelbild an der Falte ab. Wird die Spiegelung gestreut, fällt die Vertiefung weniger auf. Ohne die Nanotextur-Schicht spiegelt sich Licht an der Falte ganz ähnlich wie bei anderen Foldables.


Nanotextur gab es bei Apple schon für starre Displays, etwa beim iPad Pro, beim MacBook Pro und beim Pro Display XDR. Hier sitzt die Oberflächenbehandlung auf einer flexiblen Schutzschicht aus Polymer, die sich austauschen lässt, während das OLED darunter bleibt.

Beim ersten Galaxy Fold haben Testerinnen und Tester ihre Displays bekanntlich selbst geschrottet, indem sie abzogen, was wie eine Displayschutzfolie aussah. Umso mehr freut es uns, dass das Display hier nicht nur ohne diese Schutzschicht weiter funktioniert, sondern Apple sogar eine Anleitung zum Austausch der Schutzschicht veröffentlicht hat. Damit das klar ist: Das ist kein einfacher Folientausch für zu Hause. Apples Anleitung verlangt Spezialvorrichtungen und präzises Ausrichten. Trotzdem ist es ein echter Fortschritt, dass sich die äußere Schicht tauschen lässt, ohne das OLED zu opfern.
Ohne AppleCare+ kostet der Austausch der Schutzschicht 55 Euro, mit AppleCare+ 19 Euro. Nicht schlecht, und toll, dass du die Schutzschicht auffrischen kannst, ohne gleich das ganze Display zu tauschen.
Beim Tausch des kompletten Displays wird die Rechnung dann jedoch richtig gruselig. Noch mal: Ein Schaden am Innendisplay kostet ohne AppleCare+ 1.149 Euro. Wir werden Ersatzdisplays so schnell und so günstig anbieten, wie wir können. Aber das ist ein kompliziertes Bauteil, und schon das Teil allein wird nicht billig.
Und lass dich nicht davon täuschen, wie schnell Shahram das Innendisplay in unserem Video herausbekommt: Diese Reparatur dauert. Für eine ähnliche Reparatur am Pixel 10 Pro Fold rechnen wir bei einer typischen Reparatur zu Hause mit drei bis fünf Stunden. Beim Duo dürfte es schneller gehen, weil du nicht in die andere Gerätehälfte musst, um das Display abzustecken. Aber selbst mit den Spezialvorrichtungen, die Apple in seinem Handbuch vorsieht, bleibt das Erneuern des ganzen Klebers eine heikle Fummelarbeit.

Warum sind manche Pixel oval?
Als wir durch die Nanotextur hindurch bis auf die Subpixel gezoomt haben, sind wir wohl auf einen weiteren Hinweis darauf gestoßen, wie Apple die Falte versteckt. Manche der roten, grünen und blauen Pixel sind oval, und ihre Längsachsen zeigen in unterschiedliche Richtungen.
Ovale Subpixel gibt es schon seit Jahren: DisplayMate hat sie 2013 im Galaxy S4 von Samsung fotografiert. Samsungs ovale Pixel sind aber regelmäßig angeordnet. Die Pixel im Duo tanzen eher, äh, aus der Reihe. Seltsam!

Also haben wir in den Patenten nach einer Erklärung gesucht: Eine Patentanmeldung von Apple zur Verringerung von Beugungsartefakten beschreibt Subpixel mit unterschiedlichen Formen und Ausrichtungen, damit reflektiertes Licht weniger auffällige Muster erzeugt. Das ist eine Art geometrisches Dithering: Das sich wiederholende Muster wird so verändert, dass sich seine optischen Artefakte nicht alle gegenseitig verstärken.
Eine Abbildung aus dem Patent zeigt, warum das Muster der Pixelausrichtung auf unseren Mikroskopaufnahmen so schwer zu erkennen ist. Das Display ist in Bereiche aufgeteilt, die jeweils ihr eigenes Muster haben. Durch Drehungen innerhalb der Bereiche und über sie hinweg kann jedes Subpixel laut Apple „mindestens 32 unterschiedliche Verschiebungen“ haben.

Das könnte ein weiteres Puzzleteil sein, mit dem Apple die Falte versteckt: Es zähmt Spiegelungen tiefer im Display, die sonst den Blick auf die Faltkante lenken würden.
So steuert Apple die Biegung
Alle Hersteller versuchen, die Belastung des Displays zu verringern, damit die Falte nicht tiefer wird. Die Hauptrolle spielt dabei das Scharnier.
Das Scharnier des Duo hat dafür gleich mehrere Tricks auf Lager, angefangen damit, wie es Platz für die Biegung schafft. Das Motorola Razr, das wir 2020 zerlegt haben, hat sein flexibles Display schon damals in einen gewölbten Hohlraum im Scharnier gelegt, und so gut wie jedes Foldable seitdem hat diese Tropfenform übernommen. Das Duo macht es ähnlich.

Außerdem steuert Apple die Biegung mit Zahnrädern, Federn und einer Reihe von Metallgelenken. Apples Scharnier-Patent beschreibt verbundene Gelenke, die sich jeweils nur in einem begrenzten Bereich drehen, ein bisschen wie ein Uhrarmband aus Metall.

Gewölbte Führungen im Scharnier lassen diese Gelenke so arbeiten, als lägen ihre Drehpunkte im Display darüber. So soll sich das Display biegen, ohne dabei stark gedehnt oder gestaucht zu werden.

Federn gleichen einen Teil der Kraft aus, die zum Biegen des Displays nötig ist. Dadurch bleibt das Scharnier in der Position stehen, in der du es loslässt.


Eine Reihe von Synchronisationszahnrädern im Scharnier sorgt dafür, dass sich die verbundenen Gelenke beim Zuklappen gemeinsam bewegen. Google hat sich beim Pixel 10 Pro Fold für einen anderen Aufbau entschieden und die Synchronisationszahnräder durch verbundene, gefederte Nocken ersetzt. Das spart Platz und vermeidet Ausfälle durch beschädigte Zähne. Zahnräder verhalten sich aber berechenbar. Und sie lassen sich gezielt einsetzen: Apples Scharnier-Patent erklärt, wie unterschiedliche Übersetzungen manche Gelenke weiter knicken lassen könnten als andere. So kann das Designteam die Kurve an einer Stelle enger machen und anderswo sanfter lassen.

Apple spricht von mehr als zehn ultradünnen Schichten und Klebstoffen, die dafür sorgen, dass die Schichten beim Falten aneinander entlanggleiten.

Eine Low-Tech-Version davon kennst du garantiert. Biege einen Stapel Papier, und die äußeren Blätter legen einen längeren Weg zurück als die inneren. Die Displayschichten des Duo brauchen genau diese Bewegungsfreiheit und gleichzeitig genug Halt, damit sie dem Druck eines Fingers auf dem aufgeklappten Display standhalten.


Das Kabel, das die beiden Hälften verbindet, ist wie eine Ziehharmonika gefaltet, damit es die Bewegungen des Handys mitmachen kann. Auf diesem dünnen kleinen Kabel lastet viel Verantwortung. Das Duo hat nur auf einer Seite Ladetechnik, also lädt einer der Akkus über dieses Flachbandkabel. Außerdem muss es jede Menge Video- und Audiodaten über die Lücke transportieren.
Was wir über die kaputten Displays wissen
Okay, ist also dieses Ziehharmonika-Kabel schuld an den Schäden, die Leute an ihren Duo-Displays sehen? Das Kabel zwischen den Hälften eines Foldables steht bei Schäden immer unter Verdacht, und das zu Recht. In diesem Fall deuten die Symptome aber in eine andere Richtung.
Betroffene erzählen, dass sie ihr Gerät auf- oder zugeklappt und ein Geräusch gehört haben. Danach zog sich eine kleine Linie die Faltkante hinunter und eine helle Linie quer über das Display. Bei einer Person passierte das innerhalb von sechs Stunden nach dem Kauf, bei einer anderen noch vor dem Ende der Einrichtung.

Andere haben Fotos ähnlicher Schäden an mehreren Geräten gesammelt, weitere Berichte und Diskussionen gibt es in den MacRumors-Foren.
Der eigentliche Schaden ist wahrscheinlich viel kleiner als die sichtbaren Linien. Manche Betroffene erkennen mit bloßem Auge keine weiteren Schäden an Display oder Scharnier, und das überrascht nicht. Ein winziger Fehler in den feinen elektrischen Verbindungen kann eine ganze Pixelzeile oder -spalte lahmlegen.
Um zu sehen, wo sich beim Falten Spannungen aufbauen, haben wir aus Teardown-Aufnahmen, Patenten und CT-Scans ein 3D-Modell des Scharniers gebaut und es mit den gemeldeten Schadstellen verglichen. Die Brüche häufen sich dort, wo die Lücke für das durchlaufende Flachbandkabel in die mittlere Scharnierstütze übergeht. Die Schäden auf den Fotos liegen nicht genau dort, wo das Displaykabel durch das Scharnier läuft, sondern etwas tiefer: an einer Stelle, an der mehrere Kanten aufeinandertreffen und sich ändert, wie das dünne Display beim Biegen gestützt wird.

Weil an dieser Stelle so viele Kanten zusammenkommen, gibt es viele mögliche Übeltäter. Das mittlere Gelenk sieht anders aus als der Rest des Scharniers. Könnte es hängen bleiben? Oder bleibt etwas anderes hängen?
Eine mögliche Antwort: In unserer Simulation unten senkt sich die mittlere Stützleiste beim Zuklappen nicht weit genug ab. Die gewölbte Falte des Displays legt sich darauf und erzeugt eine kleine Spannungsspitze nahe der gemeldeten Bruchstelle.
Willst du selbst ein paar Hypothesen prüfen? Unten findest du unseren interaktiven CT-Scan, aufgenommen mit unserem heiß geliebten CT-Scanner Neptune von Lumafield. Dort siehst du, wie Scharnierstützen, Kabel und benachbarte Bauteile unter dem Display sitzen.
Immer noch Sand im Getriebe
Seit Jahren schicken wir Leuchtstaub durch Foldables, zuletzt in unseren Teardowns des Galaxy Z Fold8 und des Pixel 11 Pro Fold.

Das Pulver ist feiner als normaler Strandsand, aber im Vergleich mit Büroschmutz fanden wir viele ähnlich große Partikel. Dank des Leuchtens können wir verfolgen, wo diese Partikel landen. Damit das klar ist: Das ist kein IP-Test. IP-Zertifizierungen messen, wie viel Wasser und Staub in das „Gehäuse“ eines Geräts eindringen, und dazu zählt die Scharniermechanik eines Foldables offenbar nicht.
Wir haben das Duo in einen Beutel mit fluoreszierendem Pulver gesteckt, mehrmals auf- und zugeklappt und dann zerlegt, um dem Leuchten zu folgen. Das Scharnier fing an zu knirschen.

Das meiste Pulver blieb an den Klebedichtungen rund um die Elektronik hängen.
Spuren fanden wir an Öffnungen, Gittern und Blenden, und etwas davon gelangte bis in die Scharniermechanik.

Wohin ist der Staub gewandert? Vergleiche mit diesen Schiebereglern für Tageslicht und UV-Licht selbst:
Beim Duo blieb weniger sichtbares Pulver hängen als in unseren Tests mit dem Fold8 und dem Pixel 11 Pro Fold. Bis ins Scharnier kam aber genug, um es knirschen zu lassen. Wer diese beweglichen Teile reinigen oder tauschen will, muss das flexible Display samt Stützen ausbauen.
Wir hatten gehofft, dass Apple dieses Problem löst. Leider scheint das Duo genauso sandscheu zu sein wie seine faltbaren Verwandten.
Blende in einem Stück
In mindestens einer Disziplin schlägt das Duo die meisten anderen Foldables locker: bei der Blende. Die Blende um das Innendisplay des Galaxy Z Fold8 ist uns beim Ausbau zerbröselt. Wir hatten also schon ein kaputtes Teil am Hals, bevor wir überhaupt beim Panel angekommen waren.
Die Blende um das Innendisplay des Duo war dagegen eine Erleichterung. Nach Apples Anleitung haben wir sie mit einem Spudger gelöst und die Clips ausgehakt. Die Blende kam unbeschädigt ab.

Auch das Außendisplay kam heil heraus, samt dem Kunststoffrahmen, der uns beim Teardown des iPhone 18 Pro so viel Ärger gemacht hat. Das ist wichtig, weil einige Reparaturen im Inneren durch das Außendisplay führen. Und niemand will, dass aus einem Akkutausch nebenbei ein Displaytausch wird.

Außendisplay und Rückseite sind neben den Klebedichtungen auch mit Clips und Schrauben befestigt. Im Notfall kannst du das Handy damit wieder zusammenbauen, während du auf neuen Kleber wartest (natürlich ohne Wasserschutz).
Bekannte iPhone-Reparaturtricks
Bei so manchem iPhone-Teardown der letzten Jahre haben wir uns gefragt: Testet Apple hier schon eine Strategie für sein erstes Foldable? Und tatsächlich: Vieles hier drin kommt uns bekannt vor.
Am Eingang warten natürlich Pentalobe-Schrauben. Wir sind keine Fans davon, falls du es noch nicht mitbekommen hast.

Dann sind da noch die beiden Akkus. Diesen Teil der Reparatur finden wir richtig gut. Apple setzt bei beiden Zellen auf elektrisch lösbaren Kleber, und das funktioniert wunderbar. Leg mit unserem VoltClip und FixHub oder einem 9-Volt-Block Spannung an die Kontaktlaschen an, warte kurz, und der Kleber lässt los.

Die Zellen kommen heraus, ohne dass du sie beängstigend biegen und hebeln musst. Genau dabei durchsticht man sonst schnell einen Akku, und aus einer Routinereparatur wird ein Risiko.

Die Metallhüllen der Akkus sind außerdem eine gute Versicherung. Falls das elektrische Lösen nicht klappt und du doch zu Lösungsmittel und Hebelwerkzeug greifen musst, schützt das Metall vor versehentlichem Durchstechen. Die Brandgefahr ist damit deutlich geringer.


Wie das genau funktioniert, erklären wir in unserer Anleitung zum elektrischen Lösen von iPhone-Akkukleber mit dem VoltClip.
Das Duo nutzt im Prinzip dieselbe Technik wie frühere Handys, allerdings hat jeder Akku zwei separate Klebestreifen mit jeweils eigenen Laschen.
Das ist der beste Akkuausbau, den wir bisher bei einem Foldable erlebt haben. Ehrlich. Auch nach zwei Jahren lieben wir diesen elektrisch lösbaren Kleber noch. Wir können es kaum erwarten, ihn auch als Displaykleber zu sehen.
Ein Hoch auf den flachen Demontagebaum
Der Aufbau im Inneren ist ziemlich flach. An Kameras und Ladetechnik kommst du deshalb heran, ohne viel mehr zu zerlegen.

Genau so einen flachen Aufbau mögen wir. Wenn wir die Reparierbarkeit von Smartphones bewerten, erfassen wir, welche Teile du ausbauen musst, um an das Teil zu kommen, das du tauschen willst. Das nennen wir den Demontagebaum. Je flacher der Baum, desto weniger Umwege, desto weniger Arbeit und desto weniger Gelegenheiten, unterwegs etwas anderes kaputt zu machen. Das gefiel uns schon am iPhone Air, und wir freuen uns sehr, dass sich das Duo diesen flachen Aufbau abgeschaut hat.

Die Kamera im Innendisplay ist im Grunde mit derselben Methode versteckt, die Apple für die Infrarotkamera unter dem Display des iPhone 18 Pro nutzt. Durch Lücken im Pixelmuster späht die Selfie-Kamera hindurch.

Das funktioniert … so halbwegs. Ersten Tests zufolge sind die Fotos matschig, und viele wollen lieber auf die anderen Kameras des Handys ausweichen.

Zum Glück stecken noch drei weitere, bessere Kameras im Handy: Neben der inneren Selfie-Kamera gibt es eine 48-MP-Hauptkamera mit f/1,6, eine 48-MP-Ultraweitwinkelkamera mit f/2,2 und eine 12-MP-Selfie-Kamera mit f/2,2 im Außendisplay (die nicht durch die Pixel-Jalousie spähen muss).

Apropos flach: Die äußere Selfie-Kamera des Duo ist unglaublich dünn.

Auch das Logic Board ist ungewöhnlich flach: Fast jedes iPhone seit dem iPhone 8 (Ausnahmen sind z. B. XR und SE) hatte ein doppellagiges Logic Board. Hier ist nichts gestapelt. Statt eines Platinen-Sandwichs gibt es ein einlagiges Logic Board, das einige Funktionen an das ebenfalls einlagige I/O Board auslagert.




Auch wenn dieser Demontagebaum ziemlich flach ist: Es ginge noch flacher. Manche Bauteile liegen nach wie vor unter Flachbandkabeln. Außerdem brauchten wir für den Teardown fünf verschiedene Schraubendreher. Viele Werkzeugwechsel bremsen die Reparatur und erhöhen die Gefahr, dass jemand, der eigentlich reparieren wollte, am fehlenden Werkzeug scheitert (dir passiert das natürlich nicht, oder? Du hast ja ein Pro Tech Toolkit, oder?).

Reparierbarkeit: vorläufig 5 von 10
Das iPhone Duo bekommt vorläufig 5 von 10 Punkten für Reparierbarkeit. Das ist die beste Bewertung, die wir bisher einem Falt-Smartphone gegeben haben.
Das Außendisplay hat den Ausbau überstanden, die Akkus lösten sich sauber, und an kleinere Bauteile kommst du ziemlich gut heran. Apple hat sein Reparaturhandbuch bereits veröffentlicht. Vorläufig ist unsere Bewertung, weil wir noch auf Ersatzteile warten. Wir gehen aber davon aus, dass es sie bald über Apples Self Service Repair gibt.
Den größten Abzug gibt es für Innendisplay und Scharnier. Sie zu tauschen ist viel Arbeit, und der Preis könnte manche ganz von einer Reparatur abhalten. Viele entscheiden sich deshalb für AppleCare+ (super, wenn dich ein weiteres Monatsabo nicht stört). Die ersten Berichte über kaputte Displays machen klar, dass ein Displaytausch mehr als eine ferne Möglichkeit ist.
Wenn du ein reparierbares Smartphone suchst und dir Reparierbarkeit am wichtigsten ist, empfehlen wir dir trotzdem ein klassisches Handy (hast du gesehen, dass wir dem neuesten Fairphone wieder verdiente 10 von 10 Punkten gegeben haben?).
Für einen ersten Versuch hat Apple gute Arbeit geleistet. Allein den einfachen Akkuausbau wünschen wir uns bei jedem Foldable. Aber natürlich nehmen wir Apple bei den Ersatzteilen in die Pflicht. Und wir hoffen, dass die nächste Duo-Generation ein günstigeres Innendisplay mitbringt und ein Scharnier, das sich leichter reparieren lässt.
Hast du ein Duo? Dann behandle das Display wie ein rohes Ei. Und nach dem Strandtag gilt: erst den Sand aus der Hosentasche, dann das Duo hinein.

Hintergrundbilder
Aus unseren CT-Scans haben wir Hintergrundbilder gemacht, jeweils als Paar für Außen- und Innendisplay.
So richtest du sie ein:
- Tippe auf ein Bild, um es in einem neuen Tab zu öffnen. Halte es dann gedrückt und sichere es in der Fotos-App.
- Öffne auf deinem iPhone die App „Einstellungen“ und tippe auf „Hintergrundbild“.
- Streiche nach links oder rechts zu dem Hintergrundbild-Paar, das du ändern willst, und tippe unter der linken Vorschau (Sperrbildschirm) auf „Anpassen“.
- Tippe unten links auf das Fotos-Symbol, wähle dein erstes Bild von unserer Website aus und tippe oben rechts auf „Fertig“.
- Tippe als Nächstes unter der rechten Vorschau (Home-Bildschirm) auf „Anpassen“.
- Tippe unten auf „Foto“ und wähle dein zweites Bild aus.
- Schalte die Unschärfe aus: Tippe unten rechts auf „Unschärfe“, damit die Option nicht mehr hervorgehoben ist (sonst sieht dein zweites Bild verschwommen aus).
- Tippe oben rechts auf „Fertig“, um die Änderungen zu sichern.
Quelle:Teardown iPhone Duo: Das reparierbarste Foldable hat ein riesiges Displayproblem – iFixit




