Nvidia Aktie: Vera-Prozessor nutzt 88 Olympus-Kerne
27.05.26
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Nvidia hat mehr zu bieten als Grafikprozessoren. Erste öffentliche Benchmark-Ergebnisse zur neuen Vera-CPU zeigen, dass Nvidia im Servermarkt ernsthaft gegen Intel und AMD antreten kann — ein technischer Beleg, der die KI-Infrastrukturstrategie des Konzerns auf eine breitere Basis stellt.
Speicherbandbreite als entscheidender Vorteil
Das Technologieportal Phoronix veröffentlichte die Tests am 26. Mai auf einem Vorseriengerät in Nvidias Hauptsitz in Santa Clara. Im Mittelpunkt steht die Speicherbandbreite — ein wachsender Engpass in KI-Rechenzentren.
Vera nutzt 88 eigene Olympus-Kerne und erreicht bis zu 1,2 TB/s Speicherbandbreite über ein LPDDR5X-Subsystem. Im STREAM-TRIAD-Test hielt die CPU 90 Prozent der theoretischen Spitzenbandbreite. Pro Kern liefert Vera damit mehr als viermal so viel Speicherdurchsatz wie herkömmliche x86-Prozessoren.
Gegenüber dem Vorgänger Grace verbessert sich die Gesamtleistung um den Faktor 1,6. Gegen einen aktuellen 128-Kern-x86-Prozessor behauptet Vera einen Vorsprung von 50 Prozent. Beim Kompilieren eines Standard-Linux-Kernels brauchte ein einzelner Vera-Socket nur 20 Sekunden — der schnellste Wert im gesamten Phoronix-Test.
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Einschränkungen der frühen Daten
Die Ergebnisse brauchen Kontext. Phoronix testete ausschließlich Workloads, die Nvidia selbst ausgewählt hatte. Stromverbrauch und Taktfrequenz-Monitoring waren deaktiviert, weil das Energiemanagement noch nicht vollständig in den Linux-Kernel integriert war.
Das bedeutet: Vera zeigt ein starkes frühes Signal, aber kein vollständiges Bild. Leistung pro Watt und breitere Serververgleiche folgen erst, wenn Produktionssysteme verfügbar sind — voraussichtlich im Laufe des Jahres 2026.
Rekordquartal als Rückenwind
Die Benchmark-Meldung trifft auf ein Unternehmen in Bestform. Im ersten Geschäftsquartal erzielte Nvidia einen Rekordumsatz von 81,6 Milliarden Dollar — ein Plus von 85 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Rechenzentrumsgeschäft wuchs um 92 Prozent auf 75,2 Milliarden Dollar. Für das laufende Quartal erwartet der Konzern rund 91 Milliarden Dollar Umsatz, ausdrücklich ohne China-Geschäft im Rechenzentrumssegment.
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Aktionäre profitieren parallel: Nvidia schüttete im ersten Quartal rund 20 Milliarden Dollar durch Rückkäufe und Dividenden aus. Das Board genehmigte im Mai ein weiteres Rückkaufprogramm über 80 Milliarden Dollar. Die Quartalsdividende steigt von 0,01 auf 0,25 Dollar je Aktie, zahlbar am 26. Juni.
Die Aktie notiert aktuell bei rund 184,56 Euro — rund 8 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 201,05 Euro. Auf Jahressicht hat sich der Kurs um mehr als 54 Prozent verteuert. Bei einer Marktkapitalisierung von etwa 5,2 Billionen Dollar ist in den Kurs bereits außergewöhnliche Ausführung eingepreist. Technische Meilensteine wie der Vera-Benchmark gewinnen deshalb an Gewicht: Sie stützen die These, dass Nvidia nicht nur den GPU-Markt dominiert, sondern den gesamten KI-Rechenzentrumsstack — von Prozessoren über Netzwerke bis zur Software — zunehmend kontrolliert. Ob das in der Praxis funktioniert, zeigt sich, sobald Vera-basierte Systeme bei Partnern und Kunden anlaufen.Anzeige
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Quelle:Nvidia Aktie: Vera-Prozessor nutzt 88 Olympus-Kerne () | aktiencheck.de



