{"id":26691,"date":"2024-11-06T11:59:14","date_gmt":"2024-11-06T03:59:14","guid":{"rendered":"https:\/\/ljdevice.com.tw\/?p=26691\/"},"modified":"2024-11-06T11:59:14","modified_gmt":"2024-11-06T03:59:14","slug":"alps-schweizer-supercomputer-befluegelt-k","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ljdevice.com.tw\/de\/alps-schweizer-supercomputer-befluegelt-k\/","title":{"rendered":"Alps: Schweizer Supercomputer befl\u00fcgelt K"},"content":{"rendered":"<p>30. Oktober 2024<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-26692\" src=\"https:\/\/ljdevice.com.tw\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/2024-11-06_115713-285x200.jpg\" alt=\"\" width=\"285\" height=\"200\" \/><!--more--><\/p>\n<p>\u201cAlps\u201d \u2013 so heisst der neue Hochleistungscomputer \u2013 soll unter anderem das Universum kartieren, Fakten von Verschw\u00f6rungstheorien trennen und pr\u00e4zisere Klimamodelle entwickeln. F\u00fcr private Unternehmen steht seine Rechenpower jedoch bis auf weiteres nicht zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>Der Vorg\u00e4nger von Alps, der Supercomputer Piz Daint, w\u00e4lzt seit 2013 Zahlen f\u00fcr wissenschaftliche Forschungsprojekte. Er kam unter anderem f\u00fcr MeteoSchweiz, die Eidgen\u00f6ssische Materialpr\u00fcfungsanstalt EMPA und das Paul Scherrer Institut zum Einsatz.<\/p>\n<p>Nun wird Piz Daint von Alps abgel\u00f6st. Dieser bietet im Vollbetrieb zwanzig Mal soviel Rechenleistung wie sein Vorg\u00e4nger und damit genug, um das Potential der K\u00fcnstlichen Intelligenz (KI) voll auszusch\u00f6pfen.<\/p>\n<p>In Sachen Leistungsf\u00e4higkeit liegt Alps weltweit auf Rang 6 \u2013 nur die USA, Finnland und Japan haben noch potentere Rechner. Damit spielt die Schweiz bei den Supercomputern wieder in der Champions League, nachdem Piz Daint seine Position an leistungsst\u00e4rkere Rechner in anderen L\u00e4ndern hatte abtreten m\u00fcssen.<\/p>\n<div class=\"html-fragment\"><span class=\"html-fragment__text\/more\">Externer Inhalt<\/span><\/p>\n<div class=\"html-fragment__content\">\n<h2 id=\"h-nur-fur-wissenschaftliche-projekte\" class=\"wp-block-heading\">Nur f\u00fcr wissenschaftliche Projekte<\/h2>\n<p>Das bedeutet jedoch nicht, dass nun auch zwanzig Mal so viele Wissenschaftler:innen Zugang zu diesem Hochleistungs-Computernetz erhalten, das sich \u00fcber drei Standorte in der Schweiz und einen in Italien erstreckt. Piz Daint wurde bisher von 1800 Forscher:innen genutzt, f\u00fcr das neue Alps-Netz haben sich bisher 1000 Wissenschaftler angemeldet.<\/p>\n<p>\u201cWir k\u00f6nnen das System nicht einer Million Forscher:innen zur Verf\u00fcgung stellen\u201d, betont Thomas Schulthess, Professor und Leiter des Swiss National Supercomputing Centre (<a href=\"https:\/\/www.cscs.ch\/computers\/alps\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">CSCS<span class=\"screen-reader-text\">Externer Link<\/span><\/a>) gegen\u00fcber SWI swissinfo.ch. Mit ein Grund: Die Anschaffungskosten von CHF 100 Mio. und die j\u00e4hrlichen Betriebskosten von CHF 37 Mio. tr\u00e4gt die \u00f6ffentliche Hand. \u201cUnsere Infrastruktur wird mit Subventionen finanziert, und Subventionen sind begrenzt. Deshalb m\u00fcssen wir den Zugang zum Rechner sehr restriktiv handhaben\u201d, erkl\u00e4rt Schulthess.<\/p>\n<p>F\u00fcr eine breite kommerzielle Verwendung ist Alps also nicht vorgesehen. In den Genuss der zus\u00e4tzlichen Rechenleistung kommen jedoch Schweizer und internationale Forschungsprojekte, namentlich in den Naturwissenschaften.<\/p>\n<p>Unternehmen, die mit einer Schweizer Hochschule eine Forschungskooperation eingegangen sind, k\u00f6nnen sich gegen eine Nutzungsgeb\u00fchr f\u00fcr den Zugang zu Alps bewerben.<\/p>\n<p>Auch ETH-Spin-offs, die als Start-up-Unternehmen Projekte aus der Hochschulforschung kommerzialisieren, muss das CSCS als ETH-Institut w\u00e4hrend drei Jahren gegen eine Geb\u00fchr Zugang zum Supercomputer gew\u00e4hren.<\/p>\n<p>Der Verband zur F\u00f6rderung digitaler Innovation in der Schweiz, digitalswitzerland, l\u00e4sst verlauten, man stehe mit dem CSCS \u201cim Austausch\u201d, was den kommerziellen Zugang zu Alps betrifft. Konkretere Aussagen zum Fortschritt dieser Gespr\u00e4che waren jedoch nicht zu erhalten.<\/p>\n<h2 id=\"h-die-datenqualitat-sichern\" class=\"wp-block-heading\">Die Datenqualit\u00e4t sichern<\/h2>\n<figure class=\"image \"><picture class=\"\"><source srcset=\"https:\/\/www.swissinfo.ch\/content\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2024\/09\/599208669_highres.jpg?crop=0px,54px,1300px,867px&amp;w=880&amp;ver=464e8313\" media=\"(min-width: 600px)\" \/><source srcset=\"https:\/\/www.swissinfo.ch\/content\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2024\/09\/599208669_highres.jpg?crop=0px,54px,1300px,868px&amp;w=580&amp;ver=464e8313\" media=\"\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.swissinfo.ch\/content\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2024\/09\/599208669_highres.jpg?ver=464e8313\" alt=\"Ein Mann\" width=\"1300\" height=\"975\" \/><\/picture><figcaption class=\"image__caption-wrapper\">\u00a0<span class=\"image__caption-text\">Thomas Schulthess, Leiter des Swiss National Supercomputing Centre (CSCS).\u00a0<\/span><span class=\"image__copyright-info\">Keystone \/ Gaetan Bally<\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p>Abgesehen von der Finanzierung durch die \u00f6ffentliche Hand gibt das CSCS den Supercomputer noch aus anderen Gr\u00fcnden nicht einfach f\u00fcr die allgemeine Nutzung frei.<\/p>\n<p>Das CSCS ist verpflichtet, die Datenqualit\u00e4t des Supercomputers zu gew\u00e4hrleisten und daf\u00fcr zu sorgen, dass diese nicht durch Projekte mit weniger strengen Filtermethoden beeintr\u00e4chtigt wird.<\/p>\n<p>\u201cIn den Naturwissenschaften haben wir Methoden, um minderwertige Daten herausfiltern, die schon zu Zeiten von Galilei bekannt waren\u201d, erkl\u00e4rt Schulthess. \u201cEs ist uns ein Anliegen, dass sie auch in den Humanwissenschaften, der Privatwirtschaft und der Gesellschaft Anwendung finden.\u201d<\/p>\n<p>Im KI-Zeitalter gewinnen diese Methoden zunehmend an Bedeutung, denn die Rechner werden laufend leistungsf\u00e4higer und datenhungriger. Und sie werden darauf programmiert, Informationen selbst\u00e4ndig zu verarbeiten. Werden KI-Systeme mit minderwertigen Daten gef\u00fcttert, besteht die Gefahr, dass subjektive und falsche Informationen reproduziert werden.<\/p>\n<p>So trainiert Alps beispielsweise das Meditron Large Language Model (LLM), das aufbereitete medizinische Daten von hoher Qualit\u00e4t verarbeitet. Die Meditron-Daten werden dann von \u00c4rzt:innen in L\u00e4ndern mit einfacherer medizinischer Versorgung zur Unterst\u00fctzung bei der Diagnose genutzt.<\/p>\n<p>\u201cDank hochwertiger Daten kann man Patient:innen vielleicht \u00fcberzeugen, sich f\u00fcr eine evidenzbasierte medizinische Behandlung statt f\u00fcr zweifelhafte lokale Arzneien zu entscheiden\u201d, erkl\u00e4rt Mary-Anne Hartley, Professorin an der EPFL Lausanne und Mitglied des Meditron-Forschungsteams.<\/p>\n<h2 id=\"h-fehler-konnen-fatale-folgen-haben\" class=\"wp-block-heading\">Fehler k\u00f6nnen fatale Folgen haben<\/h2>\n<p>\u201c\u00dcber die Gesundheit entscheiden letztlich Daten \u2013 und minderwertige Daten gibt es wie Sand am Meer\u201d, hielt Hartley bei einer Alps-Konferenz am 13. September 2024 in Z\u00fcrich fest. \u201cIn \u00e4rmeren L\u00e4ndern gibt es f\u00fcr Patient:innen kein Sicherheitsnetz. Ein Fehler k\u00f6nnte fatale Folgen haben. Deshalb m\u00fcssten wir bei der Datenqualit\u00e4t den h\u00f6chstm\u00f6glichen Standard anstreben.\u201d<\/p>\n<p>Aber: \u201cNiemand weiss, wie sich maschinelles Lernen und K\u00fcnstliche Intelligenz entwickeln werden\u201d, meint Schulthess. \u201cDer Wandel durch KI k\u00f6nnte derart tiefgreifend sein, dass wir f\u00fcr die Auswahl und F\u00f6rderung von Projekten v\u00f6llig andere Methoden entwickeln m\u00fcssen.\u201d<\/p>\n<figure class=\"image \"><picture class=\"\"><source srcset=\"https:\/\/www.swissinfo.ch\/content\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2024\/09\/csm_003_Shasta_342666538c.jpg?crop=0px,1px,1200px,800px&amp;w=880&amp;ver=d6ae5e11\" media=\"(min-width: 600px)\" \/><source srcset=\"https:\/\/www.swissinfo.ch\/content\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2024\/09\/csm_003_Shasta_342666538c.jpg?crop=0px,0px,1200px,801px&amp;w=580&amp;ver=d6ae5e11\" media=\"\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.swissinfo.ch\/content\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2024\/09\/csm_003_Shasta_342666538c.jpg?ver=d6ae5e11\" alt=\"Vier Supercomputer\" width=\"1200\" height=\"801\" \/><\/picture><figcaption class=\"image__caption-wrapper\">\u00a0<span class=\"image__caption-text\">Alps wurde entwickelt, um den Forschern Flexibilit\u00e4t zu bieten.\u00a0<\/span><span class=\"image__copyright-info\">CSCS<\/span><\/figcaption><\/figure>\n<h2 id=\"h-projektspezifische-software-portale\" class=\"wp-block-heading\">Projektspezifische Software-Portale<\/h2>\n<p>Um f\u00fcr die Zukunft gewappnet zu sein, wurde Alps mit mehr Flexibilit\u00e4t ausgestattet als sein Vorg\u00e4nger Piz Daint. Alps imitiert ein Cloud-System, in das sich Forscher:innen \u00fcber projektspezifische Software-Portale einw\u00e4hlen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>\u201cFr\u00fcher haben Hochleistungsrechner eine Umgebung vorgegeben, mit der alle zurechtkommen mussten. Nun k\u00f6nnen wir zum ersten Mal gleichzeitig verschiedene Umgebungen betreiben, indem die Software-Schnittstellen auf die individuellen Bed\u00fcrfnisse der einzelnen Forschungsgruppen zugeschnitten werden\u201d, erl\u00e4utert Schulthess.<\/p>\n<p>Unter den Projekten, die sich schon f\u00fcr den Alps-Zugang beworben haben, befindet sich auch das \u201cSquare Kilometre Array Observatory\u201d, das das Universum deutlich genauer kartieren m\u00f6chte und dazu auf die Daten Tausender Funkantennen weltweit zugreifen will.<\/p>\n<h2 id=\"h-die-entwicklung-nicht-big-tech-uberlassen\" class=\"wp-block-heading\">Die Entwicklung nicht Big-Tech \u00fcberlassen<\/h2>\n<p>Eine verst\u00e4rkte Zusammenarbeit zwischen Schweizerischen und europ\u00e4ischen meteorologischen Diensten soll in Zukunft ausf\u00fchrlichere und exaktere Klimamodelle und damit bessere Prognosen erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Das CSCS bleibt bei der Auswahl der unterst\u00fctzten Forschungsprojekte seiner bew\u00e4hrten Methode treu: Ein Panel aus internationalen Wissenschaftler:innen beurteilt die wissenschaftliche Integrit\u00e4t der Projekte und pr\u00fcft, ob die Tests mit dem Supercomputer innerhalb der zugewiesenen Zeit erledigt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Tech-Giganten wie Google und Amazon haben eigene Superrechner gebaut, damit sie ihre eigene Forschung und ihr eigenes Gesch\u00e4ft ausbauen k\u00f6nnen. Alps hingegen stellt die neuen M\u00f6glichkeiten der KI f\u00fcr wissenschaftliche Forschung zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>\u201cIn einem derart zukunftsweisenden Bereich muss die Wissenschaft eine Vorreiterrolle \u00fcbernehmen. Sie darf die Entwicklung nicht einfach einigen wenigen internationalen Grossunternehmen \u00fcberlassen\u201d, mahnte Christian Wolfrum bei der Vorstellung der Swiss AI Intitative letzten Dezember. \u201cNur so k\u00f6nnen wir die Unabh\u00e4ngigkeit der Forschung und die digitale Souver\u00e4nit\u00e4t der Schweiz gew\u00e4hrleisten.\u201d<\/p>\n<p><em>Editiert von Veronica De Vore\/ac, \u00dcbertragung aus dem Englischen: Lorenz Mohler<\/em><\/p>\n<div class=\"caption --theme-turquoise-blue --teaser-wide-card\">Quelle:<a href=\"https:\/\/www.swissinfo.ch\/ger\/wissenschaft\/alps-schweizer-supercomputer-befl%C3%BCgelt-ki\/87866104\">Alps: Schweizer Supercomputer befl\u00fcgelt KI\u00a0 &#8211; SWI swissinfo.ch<\/a><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>30. 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